In einem offenen Brief wendet sich Mozilla-Chef Chris Beard an den Kollegen von Microsoft. Darin beschwert er sich bei Satya Nadella über die Bevorzugung von Microsoft Edge. Seit dem 29. Juli 2015 ist Windows 10 auf dem Markt. Eine der Neuerungen, auf die Microsoft besonders stolz ist, ist Edge – der Nachfolger des Internet Explorers. Mit dem neuen Browser will Microsoft vieles besser machen und erhofft sich dadurch, sein Negativ-Image als Browser-Entwickler loszuwerden. Damit möglichst viele Menschen zu Edge greifen, hat Microsoft das Programm zum neuen Standard-Browser von Windows 10 erkoren. Erwartungsgemäß stößt das bei der Konkurrenz auf wenig Begeisterung. In einem offenen Brief protestiert der Firefox-Macher Mozilla bei Microsoft gegen die Entscheidung. Gegen die Nutzer Konkret moniert Mozilla-Chef Beard den Upgrade-Prozess. Nutzer, die von Windows 7 oder 8.1 zur neuesten Version des Betriebssystems wechseln, surfen anschließend standardmäßig mit Edge, auch wenn man zuvor noch Firefox oder Chrome den Vorzug gegeben hat. Zwar bleiben die Browser von Mozilla oder Google auch unter Windows 10 erhalten, allerdings müssen Nutzer die erst in den Systemeinstellungen als neue Favoriten (Standardprogramme) definieren. Mozilla befürchtet nun, dass ehemalige Firefox-Nutzer bei Edge bleiben. Chris Beard kritisiert daher, dass Microsoft sich damit gegen den Willen der Nutzer entscheidet. An anderer Stelle spricht Beard sogar von einem aggressiven Schritt seitens Microsoft. Insbesondere für weniger versierte Nutzer sei der Prozess zudem zu kompliziert, weswegen Mozilla eine Anleitung zum Browser-Wechsel veröffentlicht hat. Für Mozilla steht viel auf dem Spiel Mozilla hofft nun, dass Microsoft seine Strategie ändert und dass das System künftig beim Upgrade den Standardbrowser des alten Betriebssystems übernimmt. Man hätte sich zwar schon frühzeitig an Microsoft gewendet, um auf das Thema aufmerksam zu machen, allerdings ohne Erfolg. Microsoft hingegen kommentiert, dass man es den Nutzern möglichst einfach machen will. Sollte man erkennen, dass die etwas anderes wollen, werde man den Prozess überarbeiten. Mozilla befürchtet unterdessen, weiter an Relevanz zu verlieren. Während sich Firefox in Europa und speziell in Deutschland großer Beliebtheit erfreut, sieht es im internationalen Vergleich weniger rosig für den Browser des Unternehmens aus. Mit einem Marktanteil von gerade mal 12 Prozent landet Firefox nur auf dem dritten Platz. Weit abgeschlagen hinter Chrome (27 Prozent) und dem alten Internet Explorer (54 Prozent).