Die Alkoholchemie gehört zu den wichtigsten Stoffgebieten im Chemieunterricht. Auch die Herstellung von Methanal wird in diesem Zusammenhang häufig vorgestellt. Doch aus welchem Alkohol kann dieser Stoff eigentlich hergestellt werden? Ein wenig Hintergrundwissen hilft bei der Erfassung dieser Reaktion. Methanalherstellung - aus welchem Alkohol möglich?
Um herausfinden zu können, aus welchem Alkohol Methanal hergestellt werden kann, sollte zunächst ein Blick auf die Nomenklatur geworfen werden. In dem Begriff "Methanal" steckt der Stamm "Methan", der die kürzeste mögliche Kohlenstoffkonstellation bezeichnet, nämlich nur aus einem einzigen Kohlenstoff bestehend. Welche "Reste" an diesem Kohlenstoff hängen, entscheidet die Endung, die hier "-al" lautet. Diese Endung ist spezifisch für die Gruppe der Aldehyde, zu denen Methanal gehört. Um herauszufinden, aus welchem Alkohol Methanal hergestellt werden kann, ist nun entscheidend, welcher Alkohol denselben Stamm "Methan" trägt; hierbei kommt nur ein einziger Alkohol infrage: Methanol. Die Endung "-ol" an dem Stamm ist typisch für die Bezeichnung der Alkohole.
So kann Methanal hergestellt werden
Um nun aus Methanol das Methanal herstellen zu können, muss der Alkohol oxidiert werden. Das bedeutet nach der alten Bezeichnung, dass der Stoff mit O2 reagiert. Als Reaktionsprodukte entstehen dann Methanal und Wasser. Allerdings würde die Reaktion noch weiterlaufen, wobei das Methanal zu einer anderen Stoffgruppe reagieren würde, den Carbonsäuren. Damit dies nicht passiert, muss dem Reaktionsprodukt das Wasser entzogen werden. Zu diesem Zweck wird als Oxidationsmittel beispielsweise Pyridiniumchlorchromat eingesetzt, das in einem wasserfreien Lösungsmittel (zum Beispiel Dichlormethan) gelöst ist. Dass bei dieser Reaktion ein Aldehyd entsteht, liegt übrigens an der Art des Alkohols. Methanol kann zu den primären Alkoholen gezählt werden, die zu Aldehyden reagieren. Sekundäre Alkohole hingegen bilden eine andere Stoffgruppe, die Ketone. Die Namen solcher Substanzen enden dann auf "-on". Tertiäre Alkohole können übrigens überhaupt nicht weiter oxidiert werden.